Ziehen, pochen oder schmerzen Ihre Zähne beim Aufbeißen und Sie sind unsicher, welche Ursache dahintersteckt? Anhaltende Beschwerden im Mundraum verunsichern viele Betroffene und werfen die Frage auf, ob eine Zahnwurzelentzündung vorliegt. Nicht jede Empfindlichkeit erfordert sofort ein nächtliches Eingreifen, doch eine unbehandelte Entzündung im Zahninneren kann das Gewebe nachhaltig schädigen. In diesem Ratgeber erfahren Sie ausführlich, welche Symptome auf eine entzündete Zahnwurzel hinweisen, welche Risiken bestehen und wie moderne Behandlungswege verlaufen. Das Team der Zahnarztpraxis Jungfernstieg JU49 unterstützt Sie dabei, die Anzeichen richtig einzuschätzen und den natürlichen Zahn langfristig zu erhalten.
Das Wichtigste vorab in Kürze
- Ursache: Eine Zahnwurzelentzündung entsteht meist durch tiefe Karies oder Risse, über die Bakterien in das Zahninnere gelangen.
- Symptome: Typisch sind pochende Zahnschmerzen, Druckempfindlichkeit beim Kauen sowie Schwellungen am Zahnfleisch.
- Hausmittel: Reine Hausmittel können Schmerzen kurzfristig lindern, ersetzen jedoch keinesfalls eine professionelle zahnärztliche Therapie.
- Risiko: Unbehandelte Infektionen können sich auf den Kieferknochen ausbreiten und schlussendlich zum Zahnverlust führen.
- Behandlung: Durch eine präzise Wurzelkanalbehandlung lässt sich der erkrankte Zahn in den meisten Fällen dauerhaft erhalten.
Was ist eine Zahnwurzelentzündung?
Eine Zahnwurzelentzündung bezeichnet eine bakterielle Infektion im Zahninneren oder an der Wurzelspitze. Bakterien verursachen dabei eine schmerzhafte Entzündung der empfindlichen Nerven und Gefäße. Weil die harte Zahnsubstanz dem Druck nicht nachgibt, entsteht ein spürbares Druckgefühl. Unbehandelt weitet sich das Geschehen bis in den angrenzenden Kieferknochen aus. Fachlich differenziert man zwischen akuter Pulpitis und apikaler Parodontitis.
Pulpitis, Zahnnerv entzündet oder Wurzelentzündung: Was bedeutet das?
Die Begriffe rund um Erkrankungen des Zahninneren werden im Alltag oft synonym verwendet, bezeichnen medizinisch jedoch unterschiedliche Stadien. Der Ausdruck „Zahnnerv entzündet“ beschreibt laiennah das Frühstadium einer Pulpitis, bei der das lebende Gewebe im Zahninneren gereizt ist. Eine eigentliche Zahnwurzelentzündung liegt vor, wenn die Infektion bereits tiefer in die Wurzelkanäle oder bis an die Wurzelspitze vorgedrungen ist. Stirbt das Nervengewebe im weiteren Verlauf ab, sprechen Fachleute von einer Nekrose, die häufig zunächst schmerzfrei verläuft. Trotz nachlassender Schmerzen breiten sich die Bakterien ohne Behandlung weiter im Gewebe aus und schädigen den Halteapparat. Ein klares Verständnis dieser Begriffe hilft Betroffenen dabei, die Dringlichkeit einer Untersuchung besser einzuschätzen.
Kurz erklärt:
Eine Zahnwurzelentzündung ist meist keine oberflächliche Zahnfleischreizung, sondern betrifft das Innere des Zahns oder den Bereich der Wurzelspitze. Deshalb reicht Abwarten häufig nicht aus.
Zahnwurzelentzündung Symptome: Woran erkennt man sie?
Die Symptome einer Entzündung an der Zahnwurzel können vielfältig sein und hängen stark vom Stadium der Erkrankung ab. Zu Beginn äußert sich das Leiden oft durch eine gesteigerte Überempfindlichkeit gegenüber extremen Temperaturen wie Kälte oder Hitze. Im weiteren Verlauf entwickeln sich meist anhaltende, pochende oder ziehende Schmerzen, die spontan oder beim Kauen auftreten. Eine rechtzeitige Wahrnehmung dieser Warnsignale ist entscheidend, um Folgeschäden am Kieferknochen abzuwenden.
Typische erste Anzeichen
Das erste Anzeichen einer beginnenden Entzündung ist häufig ein unkomfortables Druckgefühl im betroffenen Kieferbereich. Hinzu kommt eine deutliche Empfindlichkeit beim Kontakt mit heißen, kalten, süßen oder sauren Speisen und Getränken. Auch ein schmerzhaftes Ziehen beim Aufbeißen oder das Gefühl, der Zahn stehe „zu hoch“, tritt in der Frühphase regelmäßig auf. In manchen Fällen verfärbt sich das angrenzende Zahnfleisch leicht rötlich oder zeigt eine minimale Empfindlichkeit auf Berührung. Diese anfänglichen Beschwerden klingen gelegentlich kurzzeitig ab, was fälschlicherweise als Genesung missverstanden werden kann. Ein Verharren im Beobachtungsmodus ist an dieser Stelle unratsam, da sich die bakterielle Besiedlung im Zahninneren kontinuierlich fortsetzt.
Mögliche Erstsymptome im Überblick:
- Ziehende oder pochende Zahnschmerzen
- Schmerzen beim Aufbeißen oder Kauen
- Empfindlichkeit gegenüber Kälte, Wärme oder Süßem
- Druckgefühl im Kieferbereich
- Gefühl eines hochstehenden Zahns
- Lokale Schwellung oder Rötung am Zahnfleisch
Fortgeschrittene Warnzeichen
Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf intensivieren sich die Schmerzen und nehmen oft einen dauerhaft pochenden Charakter an. Sichtbare Schwellungen im Bereich des Zahnfleisches, der Wange oder der Lippen deuten auf eine Ausbreitung der Infektion hin. Die Bildung von Eiteransammlungen führt mitunter zu einem wahrnehmbaren unangenehmen Geschmack im Mundraum sowie Mundgeruch. Begleitend können systemische Reaktionen wie leichtes Fieber, geschwollene Lymphknoten am Hals oder ein allgemeines Abgeschlagenheitsgefühl auftreten. Zudem strahlen die Schmerzen im fortgeschrittenen Stadium nicht selten in benachbarte Regionen wie Ohr, Schläfe oder Kieferwinkel aus. In extremen Fällen beginnt sich der betroffene Zahn im Kieferbett leicht zu lockern.
Kann eine Zahnwurzelentzündung auch ohne Schmerzen auftreten?
Das Fehlen von Schmerzen schließt das Vorhandensein einer Zahnwurzelentzündung keineswegs aus. Bei einer chronischen Entzündung stirbt der Zahnnerv oft langsam ab, wodurch die Schmerzleitung zum Gehirn unterbrochen wird. Der Entzündungsprozess schreitet an der Wurzelspitze jedoch unbemerkt fort und baut dort Knochensubstanz ab. Solche schmerzfreien Verläufe werden häufig nur durch Zufall im Rahmen von routinehaften Röntgenaufnahmen entdeckt. Ein plötzliches Wiederaufflammen mit akuten Beschwerden ist bei diesen chronischen Formationszuständen jederzeit möglich. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher essenziell, um auch stumme Infektionsherde rechtzeitig zu diagnostizieren.
Ursachen: Wie entsteht eine Zahnwurzelentzündung?
Die Hauptursache für eine Zahnwurzelentzündung liegt im Eindringen schädlicher Bakterien in das geschützte Zahninnere. Gesunder Zahnschmelz bildet eine undurchdringliche Barriere, die das empfindliche Gewebe vor äußeren Einflüssen schützt. Wird diese Schutzschicht durch Schäden oder Defekte geschwächt, können Mikroorganismen ungehindert tiefere Schichten erreichen. Je tiefer die Erreger vordringen, desto stärker reagiert das Abwehrsystem des Körpers mit einer lokalen Entzündungsreaktion.
Tiefe Karies
Unbehandelte Karies stellt weltweit die häufigste Ursache für Entzündungen des Zahnmarks dar. Wenn Kariesbakterien die äußeren Schichten aus Zahnschmelz und Dentin durchdringen, erreichen sie schließlich die Pulpa. Dort lösen die bakteriellen Stoffwechselprodukte eine Abwehrreaktion aus, die mit einer starken Gewebeschwellung einhergeht. Da der Raum innerhalb der Zahnkrone eng begrenzt ist, führt die Schwellung zu einem extremen Druck auf die Nervenbahnen. Wird der Kariesbefall nicht frühzeitig gestoppt, breitet sich die Zerstörung unaufhaltsam bis zu den Wurzelkanälen aus. Eine regelmäßige Entfernung von Zahnbelägen senkt das Risiko für solche tiefgreifenden Kariesläsionen erheblich.
Undichte Füllungen oder Kronen
Altbekannte oder beschädigte Füllungen und Kronen bieten häufig unbemerkte Eintrittspforten für Krankheitserreger. Im Laufe der Zeit können sich an den Rändern von Zahnersatz winzige Spalten bilden, sogenannte Randspalten. Über diese Mikroöffnungen gelangen Speichel und Bakterien schrittweise unter das Füllungsmaterial. Unter der Versorgung entwickelt sich daraufhin eine Sekundärkaries, die lange Zeit unentdeckt bleiben kann. Das regelmäßige Überprüfen von Füllungsrändern verhindert, dass Bakterien unbemerkt zum Nervensystem des Zahns vordringen.
Zahntrauma, Risse oder abgebrochene Zähne
Mechanische Einwirkungen durch Sportunfälle, Stürze oder nächtliches Zähneknirschen können die Zahnsubstanz nachhaltig schädigen. Durch feine Haarrisse im Zahnschmelz gelangen Bakterien tief in die Zahnstruktur, selbst wenn äußerlich kein Schaden sichtbar ist. Bei einem abgebrochenen Zahn wird das Dentin oder sogar das Zahnmark oft direkt freigelegt. Auch heftige Stöße ohne sichtbaren Bruch können die Blutversorgung der Wurzelspitze unterbrechen. Das betroffene Gewebe stirbt in der Folge ab und bietet einen idealen Nährboden für nachfolgende bakterielle Infektionen.
Fortgeschrittene Entzündungen im Zahnhalteapparat
Nicht immer nimmt die Infektion ihren Ausgangspunkt im Inneren der Zahnkrone. Bei einer tiefen Parodontitis können Erreger über die Zahnfleischtaschen bis zur Wurzelspitze vordringen. Dieser Übertragungsweg von außen nach innen wird in der Fachsprache als retrograde Pulpitis bezeichnet. Das Gewebe entzündet sich hierbei von den unteren Wurzelabschnitten aufwärts in Richtung des Zahninneren. Eine umfassende Behandlung erfordert in solchen Fällen sowohl Maßnahmen am Zahnhalteapparat als auch im Kanalnetz.
Ist eine Zahnwurzelentzündung gefährlich?
Eine unbehandelte Zahnwurzelentzündung birgt deutliche gesundheitliche Risiken für den gesamten Organismus. Die Infektion bleibt selten auf den Ursprungszahn beschränkt, sondern neigt zur schrittweisen Ausbreitung in umliegendes Gewebe. Neben dem dauerhaften Verlust des betroffenen Zahns drohen schmerzhafte Abszesse im Kieferbereich. Eine rechtzeitige zahnärztliche Intervention verhindert die Weiterleitung von Erregern in die Blutbahn.
Wann sollte man sofort zum Zahnarzt?
Gewisse Notfallsymptome erfordern ein unverzügliches Handeln ohne jegliche Verzögerung. Wenn sich deutliche Schwellungen im Gesichts- oder Halsbereich ausbilden, besteht dringender Handlungsbedarf. Ebenso stellen das Auftreten von Fieber, Schluckbeschwerden oder Einschränkungen bei der Mundöffnung klare Warnsignale dar. Auch bei austretendem Eiter oder unerträglichen Schmerzen sollte keine Zeit verstrichen werden. Schnelle Hilfe schützt davor, dass sich eitrige Infektionen in tiefere Logen des Halses oder Kiefers ausbreiten. Ein zügiges Eingreifen sichert zudem die besten Chancen für den Erhalt der eigenen Zahnsubstanz.
Was hilft kurzfristig bei einer Zahnwurzelentzündung?
Bis zum Termin beim Zahnarzt stehen verschiedene Erstmaßnahmen zur Linderung der akuten Beschwerden zur Verfügung. Konservative Methoden fokussieren sich vorrangig auf die Reduktion von Druck und lokalen Schwellungszuständen. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass sämtliche Notfallmaßnahmen reine Symptombekämpfung darstellen. Eine ursächliche Heilung der bakteriellen Ursache lässt sich ohne professionellen Eingriff nicht erreichen.
Was Sie bis zum Zahnarzttermin tun können
Zur kurzfristigen Dämpfung von Entzündungsreaktionen empfiehlt sich das vorsichtige Kühlen der betroffenen Wangenseite von außen. Wärmeeinwirkung durch Sonnenbäder, Saunagänge oder heiße Wickel sollte hingegen konsequent vermieden werden, da Wärme Infektionen beschleunigt. Eine aufrechte Kopfhaltung, besonders während der Nachtruhe, verringert den Blutdruck im Kopfbereich und nimmt Schmerzspitzen. Schonende Mundspülungen mit lauwarmem Salbei- oder Kamillentee unterstützen die keimreduzierende Pflege der Mundhöhle. Physische Anstrengungen und schweres Heben sollten temporär ausgesetzt werden, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten. Auf das Kauen harter Speisen im betroffenen Areal ist konsequent zu verzichten.
Warum Hausmittel die Ursache nicht beseitigen
Der Einsatz bekannter Hausmittel wie Gewürznelken oder Kräuterspülungen kann Schmerzreize zeitweise dämpfen. Diese Hausmittel wirken jedoch ausschließlich an der Oberfläche der Mundschleimhaut und erreichen das tiefe Kanalnetz nicht. Die schädlichen Bakterien verbleiben gut geschützt im verästelten Inneren der Wurzelkanäle. Ein scheinbares Abklingen der Schmerzen verleitet Betroffene oft dazu, den notwendigen Zahnarztbesuch zu verschleppen. Währenddessen schreitet die Zerstörung der Knochenstruktur an der Wurzelspitze unbemerkt weiter voran. Hausmittel eignen sich daher lediglich als Überbrückung für wenige Stunden bis zur Behandlung.
Schmerzmittel und Antibiotika: Was ist sinnvoll?
Frei verkäufliche Schmerzpräparate mit entzündungshemmenden Wirkstoffen können zur kurzzeitigen Überbrückung eingesetzt werden. Die Anwendung sollte stets streng nach den Vorgaben der Packungsbeilage erfolgen und keinesfalls übermäßig ausgedehnt werden. Antibiotika stellen entgegen weit verbreiteter Annahmen keine alleinige Lösung bei Zahnwurzelentzündungen dar. Sie gelangen über das Blutsystem kaum in das abgestorbene Gewebe im Zahninneren und beseitigen die Entzündungsquelle nicht. Ein Einsatz von Antibiotika ist meist nur bei begleitendem Fieber oder einer drohenden Infektionsausbreitung angezeigt. Die finale Entscheidung über eine medikamentöse Therapie obliegt ausschließlich dem behandelnden Zahnarzt.
Wie wird eine Zahnwurzelentzündung diagnostiziert?
Die präzise Feststellung einer Entzündung an der Zahnwurzel erfordert eine strukturierte zahnmedizinische Diagnostik. Im Rahmen der Untersuchung werden verschiedene Tests kombiniert, um den Zustand des Zahnmarks exakt zu beurteilen. Neben visuellen Kontrollen kommen spezielle Tests zur Überprüfung der Nervenreaktion und der Klopfempfindlichkeit zum Einsatz. Ergänzende bildgebende Verfahren liefern detaillierte Einblicke in die tiefen Gewebestrukturen des Kiefers.
Behandlung einer Zahnwurzelentzündung
Die Behandlung einer entzündeten Zahnwurzel zielt darauf ab, sämtliche Bakterien und entzündetes Gewebe aus dem Zahninneren zu entfernen. Moderne endodontische Verfahren ermöglichen es heutzutage, selbst schwer geschädigte Zähne langfristig im Kiefer zu stabilisieren. Durch die gründliche Reinigung und Versiegelung der feinen Wurzelkanäle wird eine erneute Infektion wirksam verhindert. Je nach Verlaufsform und Befund kommen abgestimmte Therapieschritte zur Anwendung.
Ziel der Behandlung: Den natürlichen Zahn erhalten
Der Erhalt des eigenen natürlichen Zahns steht bei allen endodontischen Maßnahmen an oberster Stelle. Kein Zahnersatz bietet dieselbe biophysikalische Verankerung im Kieferknochen wie die eigene natürliche Zahnwurzel. Ein belassener Zahn erhält die natürliche Kaufunktion aufrecht und schützt Nachbarzähne vor Fehlbelastungen oder Zahnwanderungen. Zudem vermeidet der erfolgreiche Erhalt aufwendigere chirurgische Folgebehandlungen oder den Einsatz von Implantaten. Durch präzise Aufbereitungstechniken gelingt die Rettung des Zahns heute in einem Großteil der Behandlungsfälle.
Wurzelkanalbehandlung
Die klassische Wurzelkanalbehandlung stellt das Standardverfahren zur Rettung des erkrankten Zahns dar. Unter örtlicher Betäubung wird der Zahn geöffnet, um einen Zugang zum inneren Hohlraumsystem zu schaffen. Das entzündete oder abgestorbene Gewebe wird vorsichtig entfernt und die verästelten Kanäle werden ausgedehnt gereinigt. Spezielle desinfizierende Spüllösungen beseitigen verbliebene Bakterien auch in schwer zugänglichen Seitenkanälen. Anschließend werden die aufbereiteten Hohlräume mit einem biologisch verträglichen Füllmaterial bakteriendicht verschlossen. Weitere Informationen zur spezialisierten Aufbereitung finden Sie auf unserer Leistungsseite zur Wurzelkanalbehandlung.
Wann eine Wurzelspitzenresektion infrage kommt
Wenn eine gewöhnliche Wurzelkanalbehandlung nicht den gewünschten Ausheilungserfolg bringt, stellt die Wurzelspitzenresektion eine Behandlungsoption dar. Bei diesem kleinen chirurgischen Eingriff wird die äußerste Wurzelspitze mitsamt dem umgebenden Entzündungsgewebe entfernt. Dies ist oft notwendig, wenn hochgradig verästelte Kanalsysteme eine vollständige Desinfektion erschweren. Über einen kleinen Zugang durch das Zahnfleisch erfolgt die Abtragung der betroffenen Wurzelspitze. Der verbleibende Kanalabschnitt wird von unten versiegelt, um ein erneutes Eintreten von Bakterien zu verhindern. So kann der Zahn selbst bei komplizierten Entzündungsverläufen als funktionelle Einheit erhalten bleiben.
Wann ein Zahn nicht mehr erhalten werden kann
Trotz fortschrittlichster Zahnheilkunde gibt es Situationen, in denen der Zahnerhalt medizinisch nicht mehr möglich ist. Liegt eine tiefgreifende Längsfraktur der Wurzel vor, kann keine dauerhafte Abdichtung mehr erzielt werden. Auch bei einer extrem weit fortgeschrittenen Zerstörung der Zahnkrone fehlt die nötige Substanz für einen Wiederaufbau. In solchen Ausnahmefällen ist die sanfte Entfernung des Zahns unumgänglich, um den Kieferknochen vor weiteren Schäden zu schützen. Nach der Entfernung stehen moderne Lösungsansätze wie Zahnimplantate bereit, um die Lücke ästhetisch und funktionell zu schließen.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Dank moderner Anästhesieverfahren verläuft eine Wurzelbehandlung heute in der Regel weitgehend schmerzfrei. Die effektive lokale Betäubung schaltet das Schmerzempfinden im betroffenen Areal während des gesamten Eingriffs verlässlich aus. Nach dem Abklingen der Betäubung kann ein leichtes Druckgefühl auftreten, das sich gut kontrollieren lässt. Ängstliche Personen profitieren zudem von besonders schonenden Behandlungskonzepten und ruhiger Führung.
Handeln Sie bei Zahnschmerzen rechtzeitig!
Sie haben starke Zahnschmerzen, Druckbeschwerden oder vermuten eine Entzündung an der Zahnwurzel? In der Zahnarztpraxis Jungfernstieg JU49 prüfen wir die Ursache sorgfältig mit moderner Diagnostik und besprechen mit Ihnen, wie wir Ihren Zahn am besten erhalten können.
Wie lässt sich einer Zahnwurzelentzündung vorbeugen?
Eine konsequente Mundhygiene bildet das Fundament zum Schutz vor Zahnwurzelentzündungen. Die tägliche Säuberung der Zahnzwischenräume mittels Zahnseide entfernt Bakterienbeläge an kritischen Stellen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen das frühzeitige Erkennen kleinster Kariesläsionen oder defekter Füllungsränder. Zudem tragen professionelle Zahnreinigungen maßgeblich zur dauerhaften Reduktion des keimbelasteten Biofilms bei.
Fazit: Beschwerden ernst nehmen und Zahn erhalten
Eine Zahnwurzelentzündung erfordert schnelles und überlegtes Handeln, um die eigene Zahnsubstanz nachhaltig zu sichern. Anhaltende Schmerzen, Temperaturempfindlichkeiten oder Schwellungen sollten Sie niemals auf die leichte Schulter nehmen. Dank moderner diagnostischer Verfahren und mikroskopischer Endodontie bestehen exzellente Chancen auf einen schmerzfreien Zahnerhalt. Vertrauen Sie auf die Expertise der Zahnarztpraxis Jungfernstieg JU49 in Hamburg und vereinbaren Sie bei Beschwerden rechtzeitig einen Termin.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie merkt man eine Zahnwurzelentzündung?
Eine Zahnwurzelentzündung äußert sich häufig durch anhaltende, pochende Zahnschmerzen sowie eine ausgeprägte Überempfindlichkeit gegenüber Hitze oder Kälte. Hinzu kommen Schmerzen beim Aufbeißen und Druckgefühle im Kiefer. In fortgeschrittenen Stadien treten sichtbare Schwellungen am Zahnfleisch, Eiteraustritt oder sogar Fieber auf. Bei chronischem Verlauf können Beschwerden zeitweise komplett fehlen, weshalb eine zahnärztliche Untersuchung stets verlässliche Klarheit bringt.
Kann eine Zahnwurzelentzündung von selbst heilen?
Eine echte bakterielle Zahnwurzelentzündung heilt nicht von alleine ab. Selbst wenn akute Schmerzen plötzlich nachlassen, liegt dies meist am Absterben des Nervengewebes und keineswegs an einer Heilung. Die Erreger breiten sich im Hohlraumsystem ungehindert weiter aus und greifen schrittweise den Kieferknochen an. Ohne eine professionelle endodontische Behandlung bleibt der Entzündungsherd im Körper stets dauerhaft aktiv.
Was hilft bei einer Zahnwurzelentzündung zu Hause?
Zu Hause können vorsichtiges Kühlen von außen, eine erhöhte Kopfposition beim Schlafen sowie milde Spülungen mit Salbeitee die Beschwerden vorübergehend dämpfen. Auch rezeptfreie Schmerzmittel schaffen kurzfristige Erleichterung. Auf Wärme sollte strikt verzichtet werden. Sämtliche Hausmittel beseitigen jedoch nicht die Ursache im Zahninneren, weshalb ein zeitnaher Besuch in der Zahnarztpraxis zur Behandlung stets dringend erforderlich bleibt.
Braucht man bei einer Zahnwurzelentzündung Antibiotika?
Antibiotika sind bei einer reinen Zahnwurzelentzündung keineswegs das Mittel der ersten Wahl. Da das Nervengewebe im Inneren oft abgestorben ist, erreichen Antibiotika den Entzündungsherd über die Blutbahn kaum. Sie werden meist erst dann verschrieben, wenn sich die Infektion im Kiefer ausbreitet, Schwellungen im Gesicht auftreten oder Begleitsymptome wie Fieber hinzukommen. Die Ursache erfordert immer eine mechanische Reinigung.
Wie behandelt der Zahnarzt eine Zahnwurzelentzündung?
Der Zahnarzt stellt den Befund mittels Untersuchungen sowie Röntgenbildern fest und führt meist eine Wurzelkanalbehandlung durch. Unter örtlicher Betäubung wird der Zahn geöffnet, das entzündete Gewebe entfernt und das verästelte Kanalsystem gründlich gereinigt sowie desinfiziert. Anschließend werden die Kanäle bakteriendicht verschlossen. Das vorrangige Ziel sämtlicher Behandlungsschritte liegt darin, den natürlichen Zahn dauerhaft zu erhalten.
Wann ist eine Zahnwurzelentzündung gefährlich?
Eine Zahnwurzelentzündung wird gefährlich, wenn sich die eitrige Infektion ungehindert auf den Kieferknochen oder das umliegende Weichgewebe ausbreitet. Warnzeichen sind sichtbare Schwellungen der Wange, Schluckbeschwerden, Lymphknotenschwellungen oder hohes Fieber. In seltenen Fällen können Krankheitserreger in die Blutbahn gelangen. Bei solchen akuten Begleitsymptomen sollte umgehend ein zahnärztlicher Notdienst oder eine erfahrene Praxiseinrichtung direkt aufgesucht werden.